Vergangenes Wochenende habe ich es endlich mal geschafft bei den Girls von alma in Köln vorbei zu schauen. Unser Date war jetzt aber auch schon lange überfällig! Seit ca. einem halben Jahr bietet alma in ihrem Ladelokal nun Sneaker für Mädels und Kids an. Ich wurde noch nie so herzlich und warm in einem Store empfangen, wie an diesem Samstag. Wir hatten einen tollen Tag, mit tollen Menschen und leckeren Brownies (es lohnt sich immer auf Kaffee und Kuchen bei den Mädels vorbei zu gehen!) Während meines Besuchs haben Anke und Saskia mir für euch außerdem einige Fragen beantwortet. Viel Spaß mit dem Interview! #almaYEAH

Ich lege euch den Store wärmstens ans Herz!
alma Sneakerstore
Palmstraße 38
50672 Köln


Wie habt ihr euch kennengelernt?

Saskia: Anke, das kannst du am besten beantworten!

Anke: Ja, tatsächlich im Berghain. Ich bin nach Berlin gezogen, hab neue Leute kennengelernt und wir haben uns beim Raven kennengelernt auf der Tanzfläche im Berghain. Das war 2004. Das weiß ich so genau, weil ich da ganz frisch nach Berlin gezogen für 2,5 Jahre.

Saskia: Durch Freunde dort die uns gegenseitig vorgestellt haben. Dann haben wir uns immer wieder getroffen, sind zusammen ausgegangen. Wir waren sofort ein Herz und eine Seele.

Anke: Und das macht auch viele meine Freundschaften aus, die ich in Berlin geschlossen habe. Das sind super verbindliche Freundschaften geworden, die trotzdem ich wieder weggezogen bin – und das ist meist der Moment wo sich alles wieder auseinander lebt – ab dem Zeitpunkt eigentlich eher noch enger geworden sind.

Warum bist du wieder nach Köln gezogen, Anke?

Anke: Durch meinen alten Job. Ich habe eine Agentur und mache Moderatorenmanagement. Ich hab zu der Zeit so extrem viel mit RTL und WDR und Sendern, die hier sind, gemacht, das hat sich dann einfach nicht mehr gelohnt. Ich bin immer so oft hin und her gependelt. Ich weiß noch, ich hatte so einen kleinen roten Koffer. Und irgendwann saß ich heulend vor meinem roten Koffer und dachte: Ich sehe meine Freunde hier nicht, ich sehe meine Freunde da nicht – ich musste wieder zurück. Aber das war gut so, dadurch hat sich vieles gefügt.

Wie seid ihr auf das Thema Sneaker gekommen? Warum gerade ein Sneaker-Store?

Anke: Es gab so eine lustige Idee, ich habe immer gedacht: Ich hätte gerne einen Laden der heißt „Torten & Turnschuhe“, weil ich so gerne backe. Ich hab mir immer vorgestellt, ich hab ein Café wo man sitzen kann – Köln hat halt auch Bedarf an netten Cafés – und es wär auch cool, wenn man da Sneaker kaufen könnte. Die Idealvorstellung war ein Altbau mit einem kleinen Eingang – rechts ist ein Café und links der Sneaker-Store. Das war die erste Idee, das wär auch von der Immobilie her das Traumobjekt. Es ging aber schon immer dahin, dass es sehr weiblich ausgerichtet ist. Also tatsächlich Sneaker für Frauen. Das war anfangs so rumgesponnen und irgendwann hat Saskia mich dann auf den Pott gesetzt, weil ich über meinen alten Job rumgejammert hab  und gesagt, komm wir schließen uns jetzt mal ein Wochenende ein und schreiben es mal auf ob es Hand und Fuß hat.

Saskia: Grade durch mein Studium habe ich die ganzen Tools kennengelernt, wie man z.B. einen Businessplan macht. Ich hab einfach zu Anke gesagt, wir gucken mal. Es war anfangs auch gar nicht geplant, dass ich mitmache. Das war einfach nur ein Freundschaftsdienst, um ihr auch zu helfen und Klarheit zu schaffen, ob es überhaupt funktioniert. Das ging dann immer weiter. Ich hab immer weiter geholfen, es ging immer tiefer und irgendwann haben wir dann einen Anruf bekommen, dass wir hier in die Location können. Wir dachten: Egal, es ist zwar wackelig, wir wissen nicht genau wie wir es machen, aber wir machen einfach weiter.

Anke: Ja genau und es kam so viel positives Feedback von den Brands, von Freunden und Leuten. Da dachte ich: Jetzt machen wir es einfach. Und hier sind wir!

Es gab so eine lustige Idee, ich habe immer gedacht: Ich hätte gerne einen Laden der heißt „Torten & Turnschuhe“.

_w-00125Positives Feedback von Brands greife ich gerne auf: Man sieht bei euch verstärkt Asics, Puma und Veja. Wie sieht‘s aus mit adidas und Nike? Ist das für euch ein Thema?

Anke: Ist ein totales Thema, na klar. Tatsächlich muss ich auch sagen, dass die ersten Gespräche mit Nike waren, die uns dazu immer mehr motiviert haben, das hier auch zu machen. Es gab schon einen sehr engen Kontakt durch meinen alten Job, durch den ich bereits sehr eng mit Nike zusammen gearbeitet habe zur Ausstattung von Promis und Moderatoren. Es sind sehr tolle Leute da mit denen ich einen sehr guten Kontakt pflege, die mir teilweise auch geholfen und über den Businessplan geschaut haben. Aber es ist auch ein schwieriges Thema. Bei Nike ist es z.B. so, dass es hier ganz viele Fürsprecher gibt, die uns hier auch haben wollen, die dies aber durch den gesamten Konzern durchpitchen müssen. Die möchten erstmal sehen wie wir funktionieren. Wir haben dann auch für uns gesagt, wir möchten natürlich auch bestimmte Sachen haben und uns nicht erstmal hocharbeiten von allem was es so gibt. Es ist schwierig, wir haben anfangs sehr dran gehangen. Aber irgendwann kam der Punkt wo wir gesagt haben: Wir lassen es jetzt ziehen, es kommt halt irgendwann. Wir sind cool, wir kriegen gutes Feedback. Irgendwann werden die das auch begreifen.

Kommen denn oft Kunden rein, die dediziert nach Nike oder adidas fragen?

Anke: Eher selten eigentlich. Mittlerweile, und das finde ich dann immer lustig: Wenn ich sage „Nike kommt noch dazu, das bekommen wir irgendwann“, bekomme ich oft die Antwort: „Ach warum, das gibt es doch überall.“ Trotzdem, ich mag gerne Nike und natürlich hätte ich sie gerne drin. Aber man kann es nicht erzwingen.

Seid ihr im Gespräch mit Reebok?

Anke: Ja, mit Reebok sind wir auch im Gespräch. Aber da ist das Feedback auch: Ja finden wir gut, müssen wir uns aber auch erstmal anschauen.

Wundert mich bei Reebok ein bisschen, weil die ja grade total auf einer Wmns Schiene fahren und ihr ja ein Wmns Sneaker- Store seid.

Saskia: Ja stimmt, wir hätten sie auch gerne dabei. Aber ehrlich gesagt, haben wir es dann gar nicht so streng weiter verfolgt.

Anke: Weil sie gesagt haben, ja wir kommen und gucken uns das alles an. Und tatsächlich ist es für jetzt auch so gut wie es ist. Ich bin aber auch schlecht darin Leuten permanent nachzulaufen. Ich lasse gerne Dinge ziehen. Irgendwann kommt es dann.

Warum grade Köln? Weil du hier lebst Anke? Ihr hättet euch ja genauso gut für Berlin entscheiden können, wo du lebst Saskia.

Saskia: Ja schon aber in Berlin gibt es schon so viele gute Sneaker Stores. Also erstmal, weil Anke hier wohnt und weil ich hier klar Bedarf sehe. Die Planung ist, dass wir weitere Stores irgendwann eröffnen wollen und natürlich dann aber in Städten wo noch Bedarf ist. Damit man von Anfang an bei Kunden gut ankommt, wie es hier auch der Fall war.

Anke: Köln hat generell Bedarf an ganz vielem. Köln hat Bedarf an guter Gastro, an individuellen Geschäften und Konzepten. Deswegen war es einfach klar, wenn dann hier in Köln. Und ich möchte hier auch gar nicht weg. Ich liebe es hier, es ist meine Heimat.

Saskia: Ich finde es auch toll öfter hier zu sein. Immer wieder neue Leute kennen zulernen, neue Freunde und dadurch ein bisschen Abwechslung zu bekommen. Das ist super hier, echt eine tolle Stadt.

alma gibt es einfach in sehr sehr vielen Sprachen und es hat immer eine schöne Bedeutung

_w-00095Wie kamt ihr denn dann von „Torten & Turnschuhe“ auf alma?

Anke: Wir wollten etwas, das international funktioniert und das die Leute verstehen. Alma gibt es einfach in sehr sehr vielen Sprachen und es hat immer eine schöne Bedeutung: Die Nährende, die Seele, die Tapfere, die Mutige, der  Apfel  – und meine Mama heißt alma.

Saskia: Das kam aber auch erst in der Konzeptentwicklung: Wofür wollen wir stehen. Wir wollen was Cooles für coole Mädels machen und das dann auch repräsentieren. Dazu kommt, dass wir eine Showküche haben und in Richtung Sport gehen wollen, da hat es mit dem Apfel z.B. super gepasst. Der Name ist etwas positives, und man kann es sich leicht merken.

Ihr habt jetzt seit ca. einem halben Jahr geöffnet. Wie ist euer Resümee, seid ihr da wo ihr sein wolltet?

Anke: Das kann man ganz schwer sagen. Auf dem Papier ist alles total abstrakt. Was wir uns ausgemalt haben, da sind wir noch nicht. Aber andererseits sind wir auch wieder viel weiter. Es wird total gut angenommen, wir haben Stammkunden, es spricht sich rum. Es kommen Leute aus anderen Städten, die unbedingt unseren Laden sehen wollten. Es kommen Brands auf uns zu, wie gestern für die Frangelico x OPM Party, weil es bei uns schön ist und sie gerne was bei uns machen möchten. Was Besseres kann man sich gar nicht wünschen. Wir merken extrem, dass es seit Mitte/Ende Januar steil bergauf geht. Es ist einfach schön.

Ihr habt ja beide noch andere Jobs „nebenbei“. Ich find‘s ja schon schwierig meinen Blog neben meinem Hauptberuf zu managen. Wenn ich mir überlege, ich müsste noch einen Store führen, wie klappt das bei euch?

Anke: Es soll für mich tatsächlich mittelfristig der Weg raus aus meinem alten Job sein. Das geht, indem ich meinen anderen Job schon ein wenig runtergefahren habe. Vieles funktioniert über E-Mail und Telefon. Dazu haben wir den Luxus sehr gut organisiert zu sein. Wir haben eine Aushilfe, die relativ flexibel ist, so dass ich auch unterwegs sein kann. Es funktioniert zurzeit, aber auch nicht auf Dauer. Ich merke auch, dass meine ganze Kraft, Energie, Spaß und Lust hier rein läuft und ich da total Bock drauf habe. Ich liebe es hier zu sein. Ich finde es super, ich liebe die Leute, z.B. diese schräge Frau von heute Morgen. Es ist großartig, es passiert immer was Neues.

Saskia: Vor allem ist spannend zu sehen wie alles wächst und gedeiht. Es ist aber auch einfach eine finanzielle Frage für uns.

Ich merke auch, dass meine ganze Kraft, Energie, Spaß und Lust hier rein läuft und ich da total Bock drauf habe. Ich liebe es hier zu sein

_w-00070Wie ist es für dich Saskia, dass du nicht so oft hier sein kannst. Vermisst du es dann?

Saskia: Ja natürlich. Ich würde gerne öfter kommen, weil es mir einfach so viel Spaß macht. Es ist was ganz anderes hier und dabei zu sein. Klar sind wir die ganze Zeit im Chat und im Austausch – das geht eigentlich den ganzen Tag so. Aber es ist definitiv was anderes hier vor Ort zu sein.

Anke: Wobei ich aber auch glaube, dass es sich auch so auf eine natürliche Art gefunden hat. Ich glaube, du hättest auch gar nicht so viel Bock jeden Tag im Laden zu stehen. Und wenn ich das alles an Kommunikation und Marketing machen würde, was du jetzt machst, würde ich auch durchdrehen. Das ist überhaupt nicht meins.

Saskia: Ja stimmt wir ergänzen uns sehr gut. Auch dadurch, dass wir Expertise aus unseren anderen Jobs haben, können wir eben auch ganz viel selber machen. Wir könnten uns z.B. keinen Marketing Manager leisten oder jemanden der Social Media für uns macht. Dementsprechend passt das alles sehr gut.

Danke Anke & Saskia für das ehrliche Interview. Ich komme wieder <3